GO WEST – Unser geplanter Roadtrip durch Kanada

Montréal, KANADA  ||

Kanadas endlose Weite ist legendär und steht für uneingeschränkte Freiheit. Der Traum von vielen: Einfach mal drauflosfahren, spontan übernachten, wo es einem gefällt und zufällig über Sehenswürdigkeiten stolpern. Ja, auch wir sind normalerweise gern so planlos unterwegs. Wir werden Dir aber heute verraten, warum wir den Roadtrip hier von Ottawa in Ontario bis nach Vancouver in British Columbia vorab geplant und sogar teilweise reserviert haben.

Kanadas Weite ist legendär

Die Hotspots zur Hauptsaison im Geburtstagsjahr

Ja, das zweitgrößte Land der Welt steht für einzigartige Landschaften, unberührte Wildnis und uneingeschränkte Freiheit. Wer träumt nicht davon, einfach mal draufloszufahren mit seinem Camper oder Zelt, sich Zeit zu lassen, stehen bleiben, wo es einem gefällt, so lange zu bleiben, wie man will und relativ zufällig über all die Highlights und Sehenswürdigkeiten unterwegs zu stolpern? Normalerweise ist das genau das, was wir am Reisen mit dem Wohnmobil so lieben und das geht auch alles in Kanada.

Doch wer im Sommer, speziell im Sommer 2017, nach Kanada reisen will, braucht sich über Spontanität und Freiheit nicht viele Illusionen machen. Zumindest nicht, wenn es an die Hotspots der Ost- und Westküste oder an die großen Seen geht. Kanada feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag und bietet das ganze Jahr über viele Events und Aktionen. Besonderes Bonbon: Der Eintritt in alle Nationalparks ist kostenlos, was natürlich noch mehr Touristen als sonst anlockt! Die touristischen Highlights wie z.B. die Rocky Mountains sind in jeder Sommersaison sowieso schon recht überlaufen und ausgebucht, doch dieses Jahr bereitet man sich auf einen Ausnahmezustand vor. Einige Campingplätze in den beliebten Nationalparks waren bereits im März für Juni, Juli und August ausgebucht !

Kanada feiert 2017 seinen 150. Geburtstag

Go West

Und dennoch sind auch wir auf dem Weg zu Kanadas überfüllter Schokoladenseite: Es geht nach British Columbia, Kanadas beliebte Provinz an der Westküste. Hier entstehen nicht nur all die Postkartenmotive, hiervon träumen nicht nur Touristen, auch fast jeder Kanadier ist von „BC“ begeistert oder will unbedingt mal dorthin. Und obwohl „BC“ nicht nur für British Columbia, sondern scherzhaft auch für „Bring Cash“ steht, weil es dort so teuer sein soll, ist die Westcoast-Provinz im Sommer dennoch „THE Place to be“ und rappeldicke überfüllt. Dieses Jahr natürlich umso mehr. Aber dennoch zieht es auch uns gen West, schließlich war unser Ziel Kanada einmal mit dem Camper von Ost nach West zu durchqueren.

Einen zweiten Sommer in Kanada

Im vergangenen Jahr sind wir an der Ostküste in der kleinen Provinz Nova Scotia gestartet und sind bis in die riesige Provinz Ontario gekommen, wo wir den Winter verbrachten. Nun steht eine neue Sommer- und damit Reisesaison bevor. Wir haben unser Work&Travel Visum (ein Jahr gültig) extra noch einmal verlängert. In erster Linie, weil uns Kanada gefällt, wir gerne einen zweiten Sommer hier verbringen und den Rest des Landes erkunden wollten, aber auch um den 150. Canada Day, den kanadischen Nationalfeiertag am 1. Juli, noch mitfeiern zu können. Wir sind sehr sehr dankbar, dass wir diese einmalige Chance bekommen.

Die Visa-Verlängerung ermöglicht es uns, noch einen weiteren Sommer in Kanada reisen zu können

So viele Nationalparks wie möglich

Im vergangenen Jahr haben wir „nur“ zwei Nationalparks – Kejimkujik und Cape Breton Highland auf Nova Scotia – besucht, waren aber so begeistert von dieser Erfahrung, dass wir unbedingt mehr davon wollten. Wir haben uns für diese Saison vorgenommen, so viele Nationalparks wie möglich auf dem Weg Richtung Westen mitzunehmen.

Mit dem Discovery Pass hat man 2017 in alle Nationalparks und National Historic Sites freien Eintritt !

So gesehen ein gutes Timing in Kanadas 150igstem Geburtastagsjahr hier zu sein, da wie gesagt der Eintritt in die Parks frei ist. Aber da sich das natürlich auch viele andere Traveller und natürlich auch viele Einheimische denken, macht es das Reisen bei so großen Menschenmassen auch etwas komplizierter als sonst und erfordert tatsächlich etwas Planung vorab.

Diesmal mit Plan und Reservierungen

Somit haben wir unsere spontane Reiseart und die bewusste Planlosigkeit in einen gut durchdachten Reiseplan mit Reservierungen gewandelt.

Insbesondere die drei Wochen, die uns meine Mama im Juli an Kanadas Westküste besuchen kommen wird, haben wir minutiös durchgeplant und im Voraus gebucht.  Sicher ist sicher! Auch wenn das sonst nicht so unsere Art ist, aber beim Urlaub mit Mama wollen wir es nicht darauf ankommen lassen.

Wir werden Dir heute verraten, welche Route wir uns für den Roadtrip von Ottawa bis nach Vancouver überlegt haben, wo es mit Mama entlanggeht, wie viel Zeit wir dafür einplanen und was wir vorab reserviert haben.

Warum „erst“ im Mai los ?

Der Sommer bzw. die Reisesaison ist kurz in Kanada. Je nach Region noch kürzer. Daher reichte uns die vergangene Saison auch nur aus, um einen ausgiebigen Nova Scotia Roadtrip zu machen und im großen Ontario anzukommen, denn wir reisen bekanntlich langsam und verweilen gerne auch mal etwas länger an schönen Orten.

Was uns neben dem Geldverdienen noch in Ottawa fünf Monate „festhielt“, war der Umstand, dass wir mit unserem Motorhome Happy Dude erst losfahren konnten, wenn der Schnee endgültig geschmolzen war, denn wir hatten keine Winterreifen. Und im April ist definitiv noch mit Schnee und kalten Temperaturen zu rechnen. Ab Mai schnellen die Temperaturen aber blitzartig nach oben.

Die offizielle Campingsaison in Kanada beginnt mit dem Victoria-Day-Weekend Mitte Mai und endet Anfang September mit dem Laybor-Day-Weekend. Je nach Region und Wettersituation haben einzelne Campingplätze auch darüber hinaus schon oder noch geöffnet. Somit war der 1. Mai für uns der perfekte Starttermin und wir haben Happy Dude für den Roadtrip startklar gemacht.

Wie viel Zeit planen wir für den Roadtrip ein ?

Laut Google Maps geht die kürzeste und schnellste Verbindung von Ottawa nach Vancouver durch die USA. Für die 4363 Kilometer plant Google „nur“ 43 Stunden reine Fahrzeit ein. Das heißt man kann den Trip locker in fünf bis sechs Tagen zurücklegen, wenn man auf dem Highway Gas gibt. Doch ihr könnt Euch vorstellen, dass das nicht gerade unser Ziel ist.

Die kürzeste Route von Ottawa nach Vancouver wäre durch die USA

Wir haben maximal zwei Monate Zeit für die Strecke von Ottawa nach Vancouver, denn dann wird Mama dort auf uns warten.

Klingt erstmal lange und das ist es auch, doch bei der Planung mussten wir schon feststellen: Man kann leider dennoch nicht alles Interessante unterwegs mitnehmen. Kanada ist so riesig und hat viel zu bieten, da muss man tatsächlich Mut zur Lücke haben, auch wenn man so lange hier ist wie wir. Schließlich wollen wir auch nicht überall nur durchhetzten.

Eine Woche durch ganz Kanada reicht völlig aus

Fragt man allerdings einen Kanadier wie lange man wohl für die Route von Ost nach West so einplanen sollte, antworten die meisten: Nicht mehr als eine Woche. Natürlich meinen sie die reine Fahrzeit, aber viele „brettern“ tatsächlich an einem Stück auf dem Highway durch.

Viele schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und wundern sich, was wir wohl wochenlang auf der Strecke machen wollen. Die Prärie – also die Provinzen Manitoba und Sasketchewan – seien sowieso langweilig, da bräuchte man gar keine Zeit verschwenden, nicht mal anhalten, hören wir oft von Einheimischen.

Unser Routenplan

Aber man reist ja schließlich, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen, nicht wahr ? Einheimische sehen das eigene Land immer aus einer anderen Perspektive als wir Reisende.

Daher haben wir natürlich schon den ein oder anderen Tipp von den Locals in unsere Reisepläne einfließen lassen, die Route aber ansonsten mit Hilfe von zwei richtig guten Reiseführern (siehe unten) und dem Internet geplant sowie an unsere persönlichen Interessen und Bedürfnisse angepasst.

Dabei herausgekommen ist ein Plan, der zwar für unsere Verhältnisse relativ „durchgetaktet“ ist, aber auch noch genügend Raum für „geplante Spontanität“ lässt 😉

In 50 bis 60 Tagen wollen wir ca. 6500 Kilometer durch die Provinzen Ontario, Manitoba, Saskatchewan, Alberta und British Columbia zurücklegen. Dabei wollen wir neun Nationalparks und sieben Provincialparks besuchen sowie die Städte Montréal, Winnipeg, Saskatoon, Edmonton, Calgary und Vancouver auf dem Weg mitnehmen. Soweit der Plan.

So planten wir die Route grob auf Google Maps

Reservierungen und Puffer

Die Übernachtungen auf den Campingplätzen der Nationalparks haben wir alle (soweit möglich) vorab auf der Seite von Parks Canada gebucht. Wir haben mindestens zwei Nächte reserviert, meistens eher drei bis vier. Dazwischen haben wir immer ein paar Tage Puffer ohne Reservierung für spontane Ideen und Ausflüge gelassen oder um irgendwo einfach mal länger bleiben zu können. Allerdings haben wir uns bereits einige Übernachtungsmöglichkeiten über die App iOverlander herausgesucht, für den Fall, dass wir spontan nichts Kostenloses oder Günstiges finden sollten. Des Weiteren haben wir auch einige Einladungen in ganz Kanada verteilt bekommen und versuchen auch diese, soweit es von der Strecke und Zeit her passt, gerne anzunehmen.

In einer Tabelle haben wir alle Infos zusammengetragen und uns zu jeder Etappe die zu fahrenden Kilometer, ungefähre Fahrzeit, die entsprechende Unterkunft mit Adresse, Telefonnummer und ggf. Reservierungsnummer und eventuelle Dumpstations rausgeschrieben, falls wir frei stehen und Wasser/Abwasser brauchen. Außerdem notierten wir uns dort bereits Sehenswertes, Wanderwege oder Besonderheiten auf der Strecke.

Auszug aus unserem Tourenplan

Erste Etappe: Wir starten in die falsche Richtung 

Das Ziel ist die Westküste, doch wir haben im vergangenen Jahr leider versäumt uns die riesige Provinz Quebéc anzusehen. Bevor es nun also Richtung Westen geht, wollen wir zumindest die Provinzhauptstadt Montréal und den Nationalpark La Mauricie besuchen, auch wenn das bedeutet, dass wir ein Stück zurück nach Osten fahren müssen. Die Campingplätze im La Mauricie sind jetzt Anfang Mai leider noch geschlossen, hier müssen wir uns etwas einfallen lassen. Wo wir hier in Montréal umsonst stehen können, werdet ihr im nächsten Bericht erfahren.

Immer den Nationalparks hinterher

Die weiteren Etappen haben wir tatsächlich an den einzelnen Nationalparks entlang geplant, wodurch wir teilweise natürlich auch „Umwege“ machen werden, statt direkt zu fahren. Aber wie man so schön sagt, der Weg ist das eigentliche Ziel und besonders natürlich bei so einem Roadtrip. Wir werden daher auch nicht einfach nur den berühmten Trans Canada Highway (TCH) runterbrettern, sondern je nach dem auch alternative Routen nehmen.

In Ontario sind jedenfalls die Nationalparks 1000 Islands am St. Lawrence River, Bruce Peninsula und  Fatom Five am Lake Huron sowie Pukaskwa am Lake Superior geplant.

Trotz der „Warnungen“ einiger Kanadier, haben wir dennoch ein paar Tage in der angeblich langweiligen Mitte Kanadas eingeplant, weil wir uns nicht vorstellen können, dass es wirklich so langweilig dort sein kann. Außerdem gibt es auch dort Nationalparks, die bestimmt irgendetwas zu bieten haben. In Manitoba wollen wir uns den Riding Mountain Nationalpark, in Saskatchewan den Prinz Albert Nationalpark ansehen.

In Alberta liegen zwar die beliebtesten Nationalparks in den Rocky Mountains, aber die werden wir uns „aufheben“, bis wir mit Mama hier entlangfahren. Wir nehmen also zunächst eine Route, um die Highlights drum herum. Geplant sind der kleine Elk Island Nationalpark neben der Provinzhauptstadt Edmonton und der Waterton Lakes Nationalpark ganz im Süden an der US-Grenze. Tja, und dann sind wir auch „schon“ fast in Vancouver und holen Mama vom Flughafen ab.

Geplanter Roadtrip mit Mama

Unseren 21-tägigen-Roadtrip mit Mama durch British Columbia und Alberta haben wir noch minutiöser geplant und bis auf drei Nächte alles bereits reserviert. Es geht von Vancouver aus mit der Fähre nach Vancouver Island. Die BC Ferrie ist beliebt und sollte man zumindest mit einem Wohnmobil ein paar Tage im Vorraus reservieren, wenn man nicht warten will.

Geplanter Roadtrip mit Mama durch British Columbia und Alberta

Auf Vancouver Island geht es zunächst  nach Victoria, der Provinzhauptstadt British Columbias und von dort in zwei Provincialparks und in den Pacific Rim Nationalparks. Der Campingplatz im Pacific Rim Nationalpark war im März übrigens schon für den kompletten Sommer über ausgebucht, es war nicht ein freier Platz mehr zu bekommen! Danach geht es in die Rocky Mountains in die beliebtesten Parks Jasper und Banff. Auch hier waren die Campingplätze sehr rar und wir hatten Glück noch etwas für ein paar Tage am Stück zu bekommen (wir haben im April für Juli gebucht!).

In Calgary setzen wir Mama dann nach ca. 2500 gemeinsamen Roadtrip-Kilometern wieder in den Flieger.

So sah der Buchungsplan für den Pacific Rim Nationalpark den ganzen Sommer über aus: AUSGEBUCHT !

Wir sind gespannt

Also, wir sind gerade an unserer ersten Etappe in Montréal angekommen und sind sehr gespannt, was uns hier in der französisch sprechenden Provinz Quebéc und dann auf dem Weg Richtung Westen noch alles erwarten wird. Vor uns liegt nun quasi die sprichwörtliche Weite Kanadas und wir freuen uns schon riesig darauf, den zweiten Teil unserer Kanada-Durchquerung anzutreten und die anderen Provinzen kennenzulernen.

Vor allem, sind wir auch gespannt, wie es sein wird, diesmal so viel im Vorfeld geplant zu haben. Wird es dadurch entspannter unterwegs oder werden wir ständig das Gefühl haben zu unspontan zu sein ? Wir werden es herausfinden… und Dir demnächst davon berichten 😉

Lets go West !

Planst auch Du mal einen Roadtrip oder Urlaub in Kanada, können wir Dir diese beiden Reiseführer sehr ans Herz legen:

“Kanada Westen mit Alaska

Reiseführer von Reise KNOW HOW
 
Wir haben selten so einen hilfreichen, übersichtlichen und ausführlichen Reiseführer gehabt wie diesen hier. Besonders die Tourenvorschläge und Informationen zum Reisen mit dem Camper, haben uns sehr bei der eigenen Planung geholfen. Darüber hinaus liefert das Buch viele allgemeine Infos zu Kanada, ergänzt durch viele Bilder, Tabellen, Karten und weiterführende Links.  Mehr Infos zum Buch findest Du hier. *

“Guide to the National Parks of Canada

von National Geagraphic & Parks Canada (englisch)
 
Allen, die auf Natur und Wildnis stehen und die Vielfalt der kanadischen National Parks entdecken wollen, können wir diesen Guide ans Herz legen. Es gibt ihn aktuell “nur” auf englisch und französisch, aber wenn das kein Problem für Dich darstellt, liefert er Dir wirklich interessante und hilfreiche Infos für Deinen Trip in die National Parks Kanadas.

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One thought on “GO WEST – Unser geplanter Roadtrip durch Kanada

  1. Angelika says:

    Hallo ihr Lieben, ach, da kommen beim Lesen ja wieder die schönen Erinnerungen an unseren gemeinsamen roadtrip. Was haben wir für Naturschönheiten gesehen in den Nationalparks. Grandiose Rocky Mountains, glasklare Seen in allen Grün-und Blautönen, Gletscher, unendliche Wälder, tosende Wasserfälle und vieles mehr. Ein einmaliges Erlebnis mit euch. Werde ich immer in meinem Herzen behalten. D
    Danke dafür! Liebe Grüße Ma

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