Reisevorbereitungen – Ein Gedicht von Mama

Hannover, DEUTSCHLAND  ||

Mama findet immer die richtigen Worte und sie liebt es, sie auch noch in Reime zu bringen. Vor unserem Reisestart hat sie uns zum Abschied die folgenden Zeilen liebevoll gedichtet, die unsere stressigen Reisevorbereitungen humorvoll und sehr treffend wiederspiegeln.

Zum Abschied

Sonja und Chris, ihr werdet bald geh´n,

dann werden wir euch lange nicht mehr seh`n.

 

Ihr seid nun 17 Jahre ein Paar,

das Reisefieber war schon immer da.

Es zog euch schon lang hinaus in die Welt,

es fehlte bisher nur das nötige Geld.

Habt ihr`s zusammen, reicht es denn nun?

Bestimmt woll`n die Gäste was in die Kasse tun.

Abenteuer, Menschen – diese bunte Welt,

Sprachen und Kulturen ist, was euch gefällt. 

Das neue Auto steht schon vor der Tür,

extra aus Bayern geholt habt`s ihr.

Was macht man nicht alles für sein Ziel –

das Abenteuer beginnt mit dem Weltreisemobil.

Doch vorher wird noch der Rost weg geflext,

und dann der Tank und die Blattfedern ersetzt.

Was gab es vorher noch alles zu tun,

viel Arbeit und wenig Zeit auszuruh‘n.

Ihr fragt euch oft: „Was müssen wir noch machen?“

Zu erledigen sind noch tausend Sachen.

Die Jobs zu kündigen war schon schwer,

„wo kriegen wir denn jetzt die Kohle her?“

Die Kasse muss stimmen, die Reise wird teuer –

das wird bestimmt ein Abenteuer!

Gelbfieber, Hepatitis und Co.,

der Impfpass muss stimmen, das ist nun mal so.

Zwei Reisepässe für jeden, die müssen sein,

da kommen bestimmt viele Stempel rein.

Zu erledigen ist auch manch´ Formular,

in Deutschland herrscht Bürokratie – ganz klar!

Ihr seid ja verreist auf unbestimmte Zeit,

da hat der Staat seine Paragraphen bereit.

Eure Wohnung Tiergartenstraße  ist leer,

ihr habt keine eigene Bleibe mehr.

Doch bei Pa war grad Denis´  Zimmer frei,

da wohnt ihr jetzt, er hat nichts dabei.

Ihr bekocht ihn dafür mit veganer Küche,

da ziehen durchs Haus jetzt andre Gerüche.

Doch wohin nur mit all euren Sachen?

Da müsst ihr erst mal Pläne machen.

Einige Kisten, die gehen zum Schrott,

gepackt ist das Mobil bis zum Dach ganz flott.

Der alte Herd will nicht reinpassen,

die Müllkippe schließt – „ob wir das noch schaffen?“

Die anderen Kisten werden sortiert, dann

   nummeriert und katalogisiert,

sie werden von Sonja streng inspiziert und dann zu

  den Eltern transportiert.

Die Möbel setzt ihr bei ebay rein,

aber gekauft hat sie leider kein Schwein!

Dann geh`n sie zurück in den Keller, den tristen,

wo sie bis zur Rückkehr ihr Dasein fristen.

Der Rest geht zum Flohmarkt – das muss doch

laufen,

man wird doch bestimmt uns`re Sachen kaufen!

Nur einhundertfünfzig Euro Gewinn –

mehr lag beim besten Willen nicht drin!

Halbwegs zufrieden, die Kisten fast leer,

jetzt braucht ihr dafür keinen Kellerplatz mehr!

Am selben Tag noch – es ist zum Haare raufen –

müsst ihr das alte Mobil noch verkaufen.

Es wird nach dem Flohmarktstress noch entleert,

denn so ein Mobil ist bei Campern begehrt.

Es soll einen guten Eindruck machen,

drum habt ihr es noch geputzt und gewaschen.

Um selber zu duschen war gar keine Zeit,

denn die Käufer steh`n  schon am Zaun bereit.

Nebenbei dreht ihr Filme für den  YouTube-Kanal,

Wir-sind-Veg-Abonnenten warten, ihr habt keine

Wahl.

Für den Reise-Blog müsst ihr noch so viel machen,

das kostet viel Zeit, das ist nicht zum Lachen!

Passieren können unterwegs gefährliche Sachen,

da müsst ihr einen 1. Hilfe-Kurs machen.

Hoffentlich tritt niemals ein Notfall ein –

Gottseidank seid ihr zu zweit und nicht allein!

Das neue  Mobil steckt fest im Sand, ihr seid in Rage,

danach braucht ihr selbst `ne Herz-Lungenmassage!

Trotz dieser nervigen, stressigen Sachen,

habt ihr noch Lust schöne Dinge zu machen.

In Dresden mit Papa war es sonnig und toll,

mit Mama im Wendland regnete uns die Hucke voll.

In Berlin ward ihr Zwei, es war wunderschön,

ihr habt ein Konzert und ein Feuerwerk geseh‘n.

Das Kino beim Sehfest haben wir besucht

und der Flug über die Bodetalsperre ist gebucht.

Mit Paps Otto und Wolfgang und Chris,

ging es auf Tour –  on Route 66.

Familientreffen, die machen euch Spaß,

was haben wir nicht alles zusammen gemacht?

Besuch der Marienburg und im Harz das Wandern,

wir kletterten von einem Stein zum ander´n.

Im Hüttenseepark ließen wir Drachen steigen,

der Regen beim Grillen ließ sich nicht vermeiden.

 

Zu meinem 60.  Geburtstag, gar keine Frage

der Höhepunkt war eure Showeinlage!

Treffen mit Freunden, schön Essen geh´n ,

Spielabende mit den Bubis – was ist das schön!

Zu `ner Hochzeit im Emsland seid ihr geladen,

bald werdet ihr dafür keine Zeit mehr haben.

Der Abschied rückt näher mit einigen Schmerzen,

nehmt diese Erlebnisse mit in euren Herzen.

Ihr startet im September nach Nordafrika –

Marokko ist das Ziel, ein paar Bekannte sind da.

Und sollte es mit dem Visum klappen,

ist Kanada das nächste Ziel der Etappen.

Aber bevor ich euch ganz aus den Augen verlier`,

bin ich auf Besuch, vielleicht in Agadir?

Tanger, Casablanca oder Marrakesch,

wären für einen Urlaub auch nicht schlecht.

Ich wünsche euch alles Glück dieser Erde,

auf dass es die Reise eures Lebens werde.

Die Erfahrung, die kann euch keiner mehr nehmen,

das ist euer lifestyle – das ist euer Leben!

Ich lasse euch schweren Herzens geh´n

und hoffe, euch irgendwo auf der Welt zu seh´n.

Auch wenn nur mit Skype, WhatsApp, ganz egal –

oder auf eurem YouTube-Kanal.

In den Social Media verfolg´  ich eure Reise,

so hab´ ich euch bei mir auf diese Weise!

(Mama)

Danke Ma, für Dein wundervolles Gedicht!

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4 thoughts on “Reisevorbereitungen – Ein Gedicht von Mama

  1. Andrea D. says:

    Oh wie wunderbar ! Ich hatte Tränen in den Augen. Diese herzlichen Worte eurer Ma sind wunderschön und es ist sicher ein tolles Gefühl, sich so geliebt zu fühlen.

    • wirsindveg says:

      Auf jeden Fall. Wir hatten auch Tränen in den Augen, ach was haben Rotz und Wasser geheult, als sie es uns auf unserer Abschiedfeier mit Fotos im Hintergrund AUSWENDING !!! vortrug. Mama is the Best 🙂

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